Wie viele Füße verträgt die Erde?

in Nachhaltigkeit & Soziales

Auf Einladung des Pfarrgemeinderates der Katholischen Kirchengemeinde referierte am Samstagabend, den 28.10.2017 Herr Josef Holzbauer, Umweltbeauftragter des Bistums Passau, im Pfarrsaal.
Thema war die Sicht auf die Nachhaltigkeit zum einen durch die Kirche und zum anderen durch die Vereinten Nationen, also der Vergleich und die Gemeinsamkeiten von "Laudato si" und "Agenda 2030".

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Dr. Werner Konrad, stellte der Referent zunächst die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen vor, die im September 2015 unter dem Namen Agenda 2030 von allen Nationen der Welt verabschiedet wurden. Weil die Millenniumziele nicht alle erreicht und wichtige Aspekte ausgelassen wurden, gehen die neuen nachhaltigen Entwicklungsziele wesentlich weiter: soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit, sie fordern Frieden, Rechtsstaatlichkeit und eine unabhängige Justiz. Außerdem gelten sie universell und somit für Industrieländer, Schwellenländer und den globalen Süden gleichermaßen.

Nur wenige Monate zuvor, am 18. Juni 2015 hatte Papst Franziskus die Enzyklika „Laudato si“ veröffentlicht. Erstmals wird jetzt das komplexe Themenfeld der ökologischen Herausforderung umfassend auf der Ebene der päpstlichen Lehrschreiben behandelt. „Die Sorge um das gemeinsame Haus und daraus resultierend, die besondere Verantwortung für den Schutz der Umwelt ist für Christinnen und Christen ein Grundauftrag aus der Mitte des Evangeliums heraus. Schöpfungsverantwortung ist daher kein Randthema, sondern gehört zum eigentlichen Kerngeschäft des Glaubens. Zusammen mit der Frage der gerechten Verteilung der Güter, des gerechten Wirtschaftens und der Friedensarbeit für die Welt, ist es Kern eines christlichen Beitrags für ein nachhaltiges und menschenwürdiges Zusammenleben.“, zitiert Josef Holzbauer wichtige Aussagen von Papst Franziskus.

In seinem interessanten Vortrag, der durch anschauliche Vergleiche bereichert wurde, stellt er Gemeinsamkeiten dar zwischen der Agenda 2030 und der Enzyklika. Er macht mit Schaubildern deutlich, welche Zusammenhänge bestehen zwischen Bevölkerungswachstum und Geburtenrate in den verschiedenen Kontinenten, er erläutert den ökologischem Fußabdruck eines jeden Menschen. Er zeigt auf, dass der Planet Erde seine Grenzen überschritten hat, besonders in den Bereichen Artenvielfalt und Stickstoffkreislauf. Immer wieder stellt er eine Verbindung her zu Aussagen der Enzyklika. Besonders deutlich wird Papst Franziskus, wenn er Konsequenzen fordert: „Wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit fordert uns unser gemeinsames Schicksal dazu auf, einen neuen Anfang zu wagen … Lasst uns unsere Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird als eine Zeit, in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachte, als eine Zeit, in der das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden neuen Auftrieb bekam, und als eine Zeit der freudigen Feier des Lebens.“

Zum Ende seines Vortrags gibt Josef Holzbauer konkrete Vorschläge zu einem bewussteren Lebensstil. Er betont, dass dieser kein Verlust bedeuten muss, sondern zu einer inneren Freude führen kann. Er spricht den Mut an, aus der Reihe zu tanzen und den eigenen Handlungsspielraum zu nutzen, er fordert die Zuhörer auf, selbst Verantwortung zu übernehmen und auf niemanden und nichts zu warten, sondern sofort zu beginnen. Er schließt mit der Aussage: „Eine bessere Welt ist möglich!“ Dabei wendet er sich an jeden Einzelnen, an die Politik in Städten und Gemeinden und an die kirchlichen Institutionen.

Nach den äußerst interessanten Ausführungen war noch Gelegenheit zu Fragen aus dem Publikum, was von mehreren Anwesenden genutzt wurde. Passend zu den Vorschlägen für ein geändertes Konsumverhalten, bedankte sich Pfarrer Dr. Konrad mit einer kleinen Präsenttüte, die sowohl regionale als auch fair gehandelte Produkte enthielt.

Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Die neue 2030-Agenda ist komplex und enthält 17 Ziele und 169 Unterziele:

  • Ziele 1-7 knüpfen an die einstigen Millenniumentwicklungsziele an, schreiben sie fort und sollen erfüllen, was bislang unerreicht geblieben ist.
  • Ziele 8 und 9 gehen über die MDGs hinaus und betreffen die Wirtschaft
  • Ziel 10 Das globale Problem der Ungleichheit innerhalb und zwischen Ländern spiegelt sich hier wider
  • Ziel 11 richtet sich an Städte und Gemeinden
  • Ziel 12 fordert nachhaltige Produktions-und Konsummuster, die Vermeidung von Abfall, nachhaltiges öffentliches Beschaffungswesen
  • Ziel 13 Bekämpfung des Klimawandels,
  • Ziel 14 Schutz der Ozeane, Meere,
  • Ziel 15 Schutz der Land-Ökosysteme und Wälder
  • Ziel 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
  • Ziel 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Laudato si

  • Kap 1 - Was unserem Haus widerfährt
  • Kap 2 - Das Evangelium der Schöpfung
  • Kap 3 - Die menschliche Wurzel der ökologischen Krise
  • Kap 4 - Eine ganzheitliche Ökologie
  • Kap 5 - Einige Leitlinien für Orientierung und Handlung
  • Kap 6 - Ökologische Erziehung und Spiritualität
  • Autorin: Brigitta Schlüter

Kontakt

Kath. Pfarramt St. Augustinus
Mönchshofstraße 1a
94234 Viechtach

Telefon: 09942 / 5061
Telefax: 09942 / 5062

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