Amazonas-Synode 2019 und wir - Frischer Wind aus dem Regenwald für die Kirche in Europa

in Bildung & Wissen

Im Oktober 2019 findet im Vatikan eine Sondersynode statt, die anhand der ortskirchlichen Situation in Amazonien gesamtgesellschaftliche und weltkirchliche Themen aufgreift.
In diesem Bericht finden Sie eine Zusammenfassung des Vortrags von Pfarrer Dr. Werner Konrad.

Thema des beeindruckenden Vortrags am 28.03.2019 war das Regenwaldgebiet, das sich entlang des Amazonasflusses in den Staaten Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien. Rund 30 interessierte Zuhörer erfuhren von den massiven gesellschaftlichen und ökologischen Problemen dieses Gebietes, das von verschiedenen Interessengruppen ausgebeutet wird. Damit einher geht die Bedrohung der letzten Indios, deren Spiritualität und Umweltbewusstsein für uns zum Lehrstück werden könnten.

Pfarrer Konrad nahm Bezug auf das Buch „Mein Leben für Amazonien“ von Erwin Kräutler, einem Österreicher, der von 1981 bis 2014 Bischof in der Diözese Xingu in Brasilien war. Seine Diözese hatte ungefähr die Fläche Deutschlands und wurde bewohnt von ca. 700 000 Personen, darunter 10 000 Indios, die von nur 27 Priestern betreut wurden. Er war Vorsitzender des Rates der brasilianischen Bischofskonferenz der Indios und kennt aus nächster Nähe die Zerstörung des Regenwaldes. Durch seinen Einsatz für die Indios wurde er massiv bedroht und stand lange Jahre unter permanentem Polizeischutz. Im Jahr 2010 erhielt für sein Engagement den alternativen Nobelpreis.

Weiterhin war die Spiritualität der Indios Thema des Vortrags, die sich in einem wertschätzenden Verhältnis zur Natur äußert, da für sie alle Lebewesen beseelt sind. Die Welt ist nach ihrem Verständnis erfüllt von Geistkräften, die besonders im Schamanismus zur Geltung kommen. Mit Ausrottung der indigenen Völker wird diese Spiritualität für immer verloren gehen. So besteht die Hoffnung, dass durch die Amazonien-Synode, neue Wege für die christlichen Kirchen und darüber hinaus für die gesamte Menschheit erwachsen.

Als weiteren Baustein zum Verständnis der indigenen Kulturen wies der Referent hin auf den Film „Piripkura“, der am Dienstag, 2.4. um 20 Uhr im Kino Viechtach gezeigt wird. Der Film wurde mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Er zeigt die letzten beiden Angehörigen des indigenen Volkes der Piripkura, die inmitten des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien leben.

Donnerstag, 28. März, um 20:00 Uhr im Pfarrsaal
Vortrag von Pfarrer Konrad: Spirituelle Schätze der indigenen Kulturen Amerikas. Pflanzengeister, Traumsucher und Schamanen

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Kath. Pfarramt St. Augustinus
Mönchshofstraße 1a
94234 Viechtach

Telefon: 09942 / 5061
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